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Viertes Dietzenbacher Friedensgebet

Viertes Dietzenbacher Friedensgebet am 21. September 2014 im evangelischen Gemeindehaus "Haus des Lebens" in Dietzenbach-Steinberg

“Lass uns eine Welt erträumen, die den Krieg nicht kennt,
wo man Menschen aller Länder seine Freunde nennt,
wo man alles Brot der Erde teilt mit jedem Kind,
wo die letzten Diktatoren Zirkusreiter sind.

Lass uns eine Welt erträumen, wo man singt und lacht,
wo die Traurigkeit des andern selbst uns traurig macht,
wo man, trotz der fremden Sprache, sich so gut versteht,
dass man alle schweren Wege miteinander geht.

Lass uns eine Welt erträumen, wo man unentwegt
Pflanzen, Tiere, Luft und Wasser so wie einen Garten pflegt,
wo man um die ganze Erde Liebesbriefe schreibt,
und dann lass uns jetzt beginnen, dass kein Traum es bleibt.“

"Ich entzünde nun die Dietzenbacher Friedenskerze, ein kleines Licht in einer Welt voller Dunkelheit, weil es besser ist ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. Weil es besser ist von einer besseren Welt zu träumen, als sich mit der schlechteren Welt abzufinden. Weil es besser ist, die Hände zu Falten und Gott um Hilfe anzurufen, als die Hände in den Schoß zu legen und sprachlos zu bleiben. Ich entzünde die Dietzenbacher Friedenskerze, weil wir die Hoffnung haben, mit unserem Friedensgebet ein Zeichen zu setzen und einen Anfang zum Frieden zu machen." (Pfarrer Uwe Handschuch)

 

Fürbitte von Imam Jeryullah Khan, Ahmadiyya Muslim Jamaat Dietzenbach:

Fürbitten für Gerechtigkeit

 „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen. Aller Preis gehört Allah, dem Herrn der Welten, dem Gnädigen, dem Barmherzigen, dem Meister des Gerichtstages. Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. Führe uns auf den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, die nicht (Dein) Missfallen erregt haben und die nicht irregegangen sind.“[Qur’an 1:1-7]

O Allah, schütte Deine Gnade aus über Muhammad und den Anhängern Muhammads, so wie Du Gnade ausschüttetest über Abraham und den Anhängern Abrahams; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben. O Allah, gib Muhammad Deinen Segen und den Anhängern Muhammads, so wie Du Abraham und den Anhängern Abrahams Segen gabst; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.

Islam heißt Frieden. Doch wir sehen in der heutigen Zeit, dass einige sogenannte muslimische Gruppierungen das Gegenteil der Lehren des Islams praktizieren. Im Heiligen Qur’an heißt es zum Beispiel:

 „Wenn jemand einen Menschen tötet,… so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ [Qur’an 5:33]

Das ist die wahre Lehre des Islam. Doch wir sehen in vielen muslimischen Ländern das Gegenteil. Es wird Unheil gestiftet. Menschen werden getötet, Häuser werden geplündert, Frauen werden vergewaltigt, Familien werden auseinandergerissen.  All dies geschieht im Namen des Schöpfers, der die Himmel und Erde erschuf. All dies geschieht im Namen einer Religion die kam, um die Herzen der Menschen zu gewinnen und somit die Menschheit brüderlich zu vereinen. All dies geschieht im Namen einer Lehre, die lehrte, dass es keinen Zwang in Glaubensangelegenheiten geben soll [Qur’an 2:257], die den Menschen die Entscheidung gab sich anzuschließen oder abzuwenden  [Qur’an 18:30].

Doch wir sehen leider, dass sich einige Gruppierungen von den eigentlichen Lehren des Islams abwenden, eigenen Interessen nachgehen, und Unheil auf der Erde stiften.

Allah hat im Heiligen Qur’an für jedes Niveau des Menschen, für jeden Rang und Ebene eines Menschen Lehren herabgesandt. Dementsprechend sandte Er auch die Lehre der Gerechtigkeit für jede Ebene und für jeden Rang des Menschen.

Für Herrscher oder Regierungen sagt Allah: „Und wenn ihr zwischen Menschen richtet, dass ihr richtet nach Gerechtigkeit.“ [Qur’an 4:59] 

Ein wichtiger Aspekt, der nach islamischen Lehren bei der Herstellung von Frieden eine große Rolle spielt, ist Gerechtigkeit. Um wahrhaftigen Frieden schaffen zu können, müssen wir den Geist wahrer Gerechtigkeit verstehen. Allah sagt im Heiligen Quran: „O die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit!Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns.“ [Qur’an 5:9]

Der Verheißene Messias und Imam Mahdi Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian sagte bezüglich dieses Verses: „Allah der Allmächtige sagt hinsichtlich Gerechtigkeit, dass sie nicht erreicht werden kann ohne Wahrhaftigkeit; dass Eure Feindschaft gegenüber feindlich gesinnten Nationen euch nicht davor hindern sollte, Gerechtigkeit auszuüben. Bleibt gerecht, denn darin liegt Rechtschaffenheit. Nun, ihr wisst genau, dass jene Nationen, die ungerechtfertigterweise schaden und verletzen und Blutvergießen verursachen, Frauen und Kindern nachjagen und ermorden, und nicht davon ablassen,  Kriege zu führen, wie schwer es ist, solche Menschen gerecht zu behandeln. Aber der Heilige Qur’an hat selbst solch erbitterten Feinden nicht die Rechte genommen und Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit vorgeschrieben. Ich sage euch wahrhaftig, dass es einfach ist, einem Feind mit Feindseligkeit zu begegnen; es ist aber äußerst schwierig, die Rechte der Gegner zu gewährleisten und deinen Feinden gegenüber gerecht zu handeln ... Folglich wird der Grundstein für Gerechtigkeit in dieser Welt erst dann gelegt werden, wenn das geringste Individuum der Gesellschaft erkennt, dass es die Freude seines Schöpfers gewinnen muss, und dass es Seinen Geboten folgen muss; und wenn solche Individuen gemeinschaftlich versuchen, Frieden zu schaffen, der auf einer umfassenden Grundlage beruht.“

Doch laut den islamischen Lehren ist Gerechtigkeit der erste Schritt. Laut den islamischen Lehren soll jeder Gläubige auf seine Pflichten achten und nicht immer seine Rechte im Vordergrund behalten. Priorität haben die Rechte der Mitmenschen und nicht die eigenen Rechte. Allah sagt im Heiligen Qur’an: „Allah gebietet Gerechtigkeit und uneigennützig Gutes zu tun und zu spenden wie den Verwandten.“ [Qur’an16:91]

Gemäß diesem Vers aus dem Heiligen Qur’an ist Gerechtigkeit die erste Stufe. Danach kommt uneigennützig Gutes tun, d.h. ohne die Erwartung einer Belohnung. Die dritte Stufe ist es, mit den Mitmenschen so umzugehen als wäre die Menschheit, unabhängig von Farbe, Rasse und Glaubensrichtung, Mitglied ein und derselben Familie. So, wie eine Mutter sich um ihr Kind kümmert. mit Sorge und Schmerz. Genau solche Hingabe und Leidenschaft ist der Weg zum globalen Frieden.

Möge Allah uns alle an Seinem Segen teilhaben lassen. Möge Allah uns alle dazu befähigen, Beiträge zum Weltfrieden zu leisten und möge Allah alle ungerechten Regierungen sowie einige vom Glauben abgekommene Gruppierungen zur Vernunft bringen und rechtleiten. Mögen wir in unserem Leben mit eigenen Augen Zeugen des Weltfriedens werden. Amin.

Fürbitte von Gemeindereferent Matthias Hassemer und Pfarrgemeindemitglied Wolfram Doetsch,  Katholische Pfarrgemeinde Sankt Martin Dietzenbach:

Gebet zur Bewahrung der Schöpfung

Der Heilige Franz von Assisi lebte nach dem Vorbild Jesu Christ in Demut und im Einklang mit der Natur. Er liebte nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Gottes wundervolle Schöpfung. Mit ihm lasst uns beten:

„Höchster, mächtiger, guter Herr, Du allein verdienst höchstes Lob, Verehrung und jeglichen Segen. Dir allein, Höchster, gehören sie, denn kein Mensch kann sich mit Dir vergleichen. Gelobt seiest Du, mein Herr, und alle Deine Geschöpfe, besonders Schwester Sonne; sie ist der Tag, und Du schenkst uns das Licht durch sie. Schön ist sie und strahlend in großem Glanz, ganz wie Du, o Höchster. Gelobt seist du mein Herr, und auch Bruder Mond und die Sterne; am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön. Gelobt seist Du, mein Herr, weil Du durch Bruder Wind und durch Luft, durch Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter all Deinen Geschöpfen gibst, was sie brauchen.  Gelobt seist Du, mein Herr, für Schwester Wasser, gar nützlich ist sie und demütig, und kostbar und rein. […] Gelobt seist Du, mein Herr für Mutter Erde, die uns ernährt und trägt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter. […] Lobt und preist den Herrn und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.“

Guter Gott, Du offenbarst Dich den Menschen in der Natur, hier können wir Dir begegnen. Zeige Dich in Deiner Schöpfung und schenke den Menschen Freude an der Natur. Stärke ihren Willen zum Naturschutz. Weise den Menschen Wege, sorgsam an Deiner Schöpfung mitzuwirken. Schenke der Forschung und Wissenschaft Erkenntnisse und lass diese zum Nutzen für die Menschen, die Tiere und Deine gesamte Welt dienen. Darum bitten wir Dich durch unseren Bruder und Herrn Jesus Christus im Heiligen Geist. Amen.

Fürbitte von Pfarrer Uwe Handschuch und Kirchenvorstandsmitglied Agnes von Knorre, Evangelische Martin-Luther-Gemeinde Dietzenbach-Steinberg:

Gedanken und Gebet für die Pflege der Gemeinschaft untereinander

Martin Luther hat in seiner eigenen Biographie einschneidend erleben müssen, wie das ist, wenn man aus einer Gemeinschaft ausgestoßen wird. 1521 wurde über ihn auf dem Reichstag zu Worms nach dem "Kirchenbann" auch die "Reichsacht" verhängt. Damit war er weltlich wie religiös geächtet und aus jeder denkbaren größeren Gemeinschaft ausgeschlossen. Die geächtete Person ging damals ihrer bürgerlichen und Vermögensrechte verlustig, wurde „friedlos“, also aus dem Frieden in den Unfrieden gesetzt, und war „vogelfrei“, also ohne jeglichen Schutz ihrer persönlichen Rechte. Luthers Landesherr, seine Kollegen, seine Freunde und Vertrauten ließen ihn damals nicht im Stich. Ausgestoßen aus der offiziellen Gemeinschaft hatte er eine Gemeinschaft neben oder zwischen den Buchstaben des Gesetzes gefunden, so wie das der eine oder andere Flüchtling unserer Tage erleben muss (und darf).

Diese Erfahrung von Gemeinschaft in einer Situation, in der er offiziell von Gott und der Welt verlassen war, hat Luther geprägt. Es war wohl auch eine tiefe, spirituelle Erfahrung. Und als er sich 1535 hinsetzte und für einen seiner besten und ältesten Freunde, den Barbier und Arzt Peter Beskendorf, ein kleines Büchlein über das Gebet schrieb („Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund“), da durften folgende Worte nicht fehlen: "Und Meister Peter denke ja daran, dass du nicht alleine da kniest und stehst, sondern die ganze Christenheit, oder alle frommen Christen seien bei dir und du unter ihnen in einmütigem, einträchtigem Gebet, welches Gott nicht verachten kann."

So wollen wir um und für Gemeinschaft beten:

Guter Gott, es ist nicht gut, wenn wir Menschen allein bleiben. Darum weist Du uns an unsere Mitmenschen. Nur mit anderen sind wir das, was wir sein sollen. Aber mit den anderen fangen oft die Probleme erst an: Andere sind anders als wir, und wir haben manchmal den Eindruck: Weil sie so anders sind, stellen sie damit uns in Frage. Gott, wir bitten Dich: Lass uns über das Anderssein der anderen selbstbewusst hinwegsehen und sie dennoch als unsere Mitmenschen wahrnehmen.

Guter Gott, es ist nicht gut, wenn unsere Gemeinschaft zerstört wird durch gegenseitiges Misstrauen und Eifersucht. Wir leben doch von unserer Geburt an von Vertrauen und Liebe. Und doch wächst in uns die Angst, wir könnten in Vorleistung treten und nicht das zurückbekommen, was wir investieren. Gott, wir bitten Dich: Schenke uns Zutrauen in die Vertrauenswürdigkeit unserer Mitmenschen, vertreibe die Eifersucht und das zerstörerische Gefühl, immer zu kurz zu kommen.

Guter Gott, es ist nicht gut, wenn wir denken, dass wir alleine am besten zurechtkommen. Kein Mensch ist eine Insel, und doch grenzen wir uns ab, ziehen Mauern hoch und bauen Zäune. Gott, wir bitten Dich: Lenke unsere Kräfte und Energie, dass wir sie dazu einsetzen, Gemeinschaft zu suchen und Verbindungen aufzubauen. Lass uns einander eine Hilfe sein, dass wir erleben können, wie gut vieles nur zusammen geht.

Guter Gott, es ist nicht gut, wenn wir an Dir vorbeileben: So als gäbe es Dich nicht, oder so, als wärst Du der Erfüllungsgehilfe unserer Vorstellungen und Ansprüche. Du bist doch der Schöpfer allen Lebens, und wir sind und bleiben angewiesen auf Dich. Gott, wir bitten Dich: Lass uns immer wieder die Gemeinschaft mit Dir suchen, damit auch die Gemeinschaft untereinander unter uns wächst. Lass alles Leben gedeihen und Frieden werden. Amen.

Fürbitte von Mehmet Sertdere, DITIB Fatih-Moschee:

Fürbitten für Toleranz

Unser aller Glaube legt uns stets nahe, in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen tolerant und vergebend zu sein. Tolerant sein bedeutet hier, etwas mit Verständnis zu begegnen und auszuhalten. Vergeben bedeutet, anderen Menschen eine ungerechte Handlung zu vergeben, obwohl man stark genug ist, sich dem entgegen zu setzen.

Verehrte Freunde, Lasst uns unseren Glauben an die Schöpfung stärken, denn er bezweckt das Wohl der Menschen auf Erden, er rät uns zum Frieden und er rät uns dazu die Fehler unserer Mitmenschen zu vergeben.

Toleranz zeugt von der Liebe im Menschen, von seiner Barmherzigkeit, von seiner Geduld und schließlich von seiner Ethik, der Ethik, die unser Herr uns nahelegt. Gläubige, sie empfinden Barmherzigkeit füreinander und sind tolerant miteinander. Sie vergeben einander ihre Fehler. Wenn uns eine Ungerechtigkeit widerfährt oder eine Unverschämtheit, müssen wir dies vergeben, statt auf dieselbe Art zu antworten. Wie sehr brauchen wir in der heutigen Zeit, in der sich die Menschen immer weniger verstehen und unterschiedliche Meinungen nicht akzeptieren können, wieder diese Toleranz. Wir sollten alle stärker beherzigen, was Gottesfreunde zum Ausdruck bringen, deren Herzen mit Liebe zum Menschen gefüllt sind: Das Geschöpf zu lieben um des Schöpfers willen. Unsere Sprachen hat der Herr erschaffen, Unsere Herkunft hat der Herr erschaffen, Unsere Hautfarben hat der Herr erschaffen, und unsere Kulturen hat der Herr erschaffen. Jede Intoleranz zu Sprachen, Hautfarben oder Kulturen ist eine Intoleranz gegenüber der Schöpfung. All die Vielfalt unter uns soll als Bereicherung betrachtet werden, damit wir alle gemeinsam Wege suchen, um in Brüderlichkeit miteinander zu leben.

Wir müssen denjenigen vergeben, der uns Unrecht tut. Wir müssen auf denjenigen zugehen, der nicht mehr mit uns spricht. UND wir müssen demjenigen Gutes tun, der uns Böses angetan hat. Handeln wir auf diese Weise wird Feindschaft der Freundaschaft weichen UND wird Hass der Liebe und Toleranz weichen.

Ein Beispiel aus dem Leben des Propheten Muhammed, sehen wir bei der Eroberung von Mekka. Gleich nach der Einnahme der Stadt versammelten sich die Einwohner um die Kaaba und warteten völlig verschreckt ab, wie der Prophet mit ihnen verfahren würde. Seit dem ersten Tag, da der Prophet (saw) die Menschen zum Islam einlud, hatten sie ihm alle mögliche Pein angetan und sogar nach seinem Hab und Gut und nach seinem Leben getrachtet. Jetzt würde er sich bestimmt rächen für all die Qualen, die sie ihm in der Vergangenheit angetan hatten. Doch er, der Prophet der Barmherzigkeit, er richtete sich an sie mit diesen Worten: „Ich sage dasselbe zu euch wie der Prophet Josef: ‚Heute sollt ihr nicht getadelt werden, Der Herr möge euch vergeben. Er ist der barmherzigste der Barmherzigen.‘ Ihr könnt gehen, ihr seid alle frei.“

Um abzuschließen möchte ich allen folgende Worte mit auf den Weg geben. Lasst uns Gutem mit Gutem begegnen. Lasst uns Gutes tun ohne etwas zu erwarten, und um wahrlich tolerant zu sein, lasst uns  auf schlechte Taten mit guten Taten antworten und vergeben.

Fürbitte von Pfarrerin Andrea Schwarze, vorgetragen von Kirchenvorsteherin Margarete Kunde,  Evangelische Christus-Gemeinde:

Fürbitten für die Verantwortlichen in der Stadt Dietzenbach, in den Religionen und in den Religionsgemeinden

Du Gott des Friedens, barmherziger und gnädiger Gott, wir sind dankbar, dass Du uns heute zusammengeführt hast, um in unserer Vielfalt und Verschiedenheit gemeinsam für den Frieden zu beten. Du ermutigst uns dazu, gerade in diesen so friedlosen Zeiten.

So bitten wir Dich um Gehör, dass wir gehört werden, die wir Dich heute in unseren Religionen um Frieden bitten. Trotz derer, die so laut schreien und die Religionen gegeneinander aufwiegeln wollen, Trotz derer, die in die Friedensbemühungen der Religionen Hass säen wollen, Trotz derer, die immer wieder leugnen, dass die Religionen friedvolle Absichten in sich tragen. Lass die Vertreterinnen und Vertreter der Religionen immer wieder zu Zeugen für Deinen Frieden werden.

So bitten wir Dich um Mut, dass die Religionen und besonders die religiösen Gemeinden und Gemeinschaften in unserer Stadt eine laute Stimme finden, dort, wo es notwendig ist, dort, wo junge Menschen auf Wege der Feindseligkeit und Verblendung geführt werden, dort, wo Menschen aufgrund ihrer Religion beleidigt und verletzt werden, dort, wo unter dem Deckmantel von Religion Gewalt und Hass verbreitet wird. So bitten wir Dich um Hoffnung, dass Du unseren Glauben stärkst, weiterhin für den Frieden zu arbeiten in unseren Gemeinden, in unseren Familien, in unserer Stadt.

So wollen wir Dir auch die Menschen, die in unserer Stadt Dietzenbach Verantwortung tragen, an Dein Herz legen, dass sie sich immer wieder für die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Stadt einsetzen, damit diese eine Perspektive für ihre Zukunft haben, dass sie sich für das friedvolle Miteinander ihrer Bürgerinnen und Bürger stark machen, dass Du ihnen die Kraft und Ausdauer gibst, ihre schweren Aufgaben tragen zu können. Wir legen unsere Bitten in Deine Hände und vertrauen darauf, dass sie bei Dir gut aufgehoben sind. Dir Sei Lob, Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Fürbitte von Diakonin Soheila Memar, Freie Jesus-Gemeinde Dietzenbach:

Gebet zur Stärkung des Glaubens

Schalom. Die Gnade Gottes  sei mit euch. Friede sei  mit euch. Glaube ist  Umdenken, und  Stärkung des Glaubens ist nicht nur was wir wollen  sondern auch das, was die Jünger Christi wollten. Wir können die Welt nicht verändern, sondern  nur unsere Einstellung. Frieden fängt in uns an.

Im Lukas-Evangelium Kapitel 17, 5-6 steht zu lesen: <Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: „Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb’ dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanze dich ins Meer! Er würde euch gehorchen.>

Im Matthäus-Evangelium Kapitel 21, 21 wird berichtet, wie Jesus zum Erstaunen seiner Jünger einen fruchtlosen Feigenbaum verdorren ließ. Jesus antwortete ihnen: <Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das vollbringen, was ich mit dem Feigenbaum getan habe. Selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb’ dich empor und stürz’ dich ins Meer! Dann wird es geschehen.

Im Matthäus-Evangelium Kapitel 17, 20 können wir lesen, wie Jesus zur Verwunderung seiner Jünger einen mondsüchtigen Jungen heilte. Jesus antwortete ihnen: <Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück’ von hier nach dort! Und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein!> Wie hilft Jesus, den Glauben seiner Jünger zu stärken?

Der springende Punkt ist nicht die Menge sondern die Kraft Gottes. Gott selbst ist die entscheidende unverdiente Gnade, nach der wir ihm gehorchen. Vater der Barmherzigkeit und Gott aller Gnade, wie wunderbar bist Du! Wie gern denken wir nach über Wahrheit, wie gut sie ist. Wir schulden Dir alles, und so willst Du es haben; dass Du den Preis und Dank empfängst und wir die Hilfe und Freude, und so soll es bleiben.

Wir möchten zu Hause sein in dem Wohl Deiner immerwährenden Güte! Wir danken Dir. Im Namen Jesu kommen wir gemeinsam  vor Deinen Gnadenthron und suchen Dein Angesicht  mit unserem Senfkorn des Glaubens. Segne Du unseren Glauben. Herr, öffne Du unsere Augen, Deine Fußspuren sehen wir und Dir folgen wir. Schenk Du uns Dein Herz, damit wir wie Du die Menschen lieben und Dein verlängerter Arm sein können. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Schalom.

Fürbitte von Hafid Rahali, Marokkanische Badr Moschee Neu-Isenburg:

O Allah. Begleite uns in unseren Begegnungen und Gesprächen und mach uns frei von Misstrauen und Vorurteilen! Lass uns dies zuteil werden! Gib uns die Kraft, für ein friedliches Miteinander einzutreten, und zeige uns den Weg zum Verstand und zu den Herzen der Menschen! Verschließe die Tür der Voreingenommenheit und der Vorurteile, die uns unterwegs zum Dialog und zum Miteinander im Wege stehen! Befähige uns, Böses mit Gutem zu erwidern.

O Allah. Gib uns allen die Einsicht, dass Muslime weder Last noch Gefahr sind, sondern Vielfalt in Deiner Einheit und eine Bereicherung für dieses Land! Lass uns nicht länger Fremde in der Fremde sein!
Stärke in uns allen die Verbundenheit zu diesem Land, den Respekt zueinander, und  lass uns zum gegenseitigen Nutzen voneinander lernen.

O Allah. Wie wir den Glauben an Dich teilen, wie wir dieselbe Luft zum Atmen teilen, so gib, dass wir auch die Kraft und den Mut aufbringen, den gemeinsamen Glauben Abrahams, die Liebe zu Maria, den Glauben an Jesus, die Gebote Moses und die Gerechtigkeit Muhammads zu teilen! Und schenke  uns die Hingabe Abrahams, wenn wir uns verlassen fühlen, den Mut und die Gerechtigkeit Moses, wenn wir Angst verspüren, die Liebe Jesu, wenn uns mit Hass begegnet wird und den Frieden Muhammads, wenn wir zerstritten sind!

O Allah. Mache, dass Friede anstelle der Kriege tritt und Sicherheit und Freiheit im Leben aller Menschen einen Platz bekommen! Bestärke uns im Glauben, dass Liebe, Wahrheit und Gewaltlosigkeit letztlich größere Macht haben als Hass, Rache und Gewalt. Führe uns auf dem Weg der Vernunft, der Weisheit und der Versöhnung wenn wir Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Hass erfahren sollten,! Gib denjenigen keine Chance, die die Saat ihres Hasses verbreiten wollen! Lass uns auch hier weiterhin in Frieden leben, beschütze unser Land vor Rassismus, Gewalt und Terror! Wie Dein großer Prophet Abraham betete: „Herr, mache diesen Ort zu einer Stätte der Sicherheit und des Friedens!“ (Koran 14:35) Amin!

Fürbitte von Siegfried Martin, Neuapostolische Gemeinde Dietzenbach:

Gütiger Gott, wir beten dich an und preisen die Wunder deiner Liebe. Du hast die Grundlagen für Frieden in der Welt geschaffen. Dein Wort lehrt uns, was zum Frieden dient.

Deine Weisheit hat in uns Gaben und Fähigkeiten hineingelegt, die wir zum Segen einsetzten sollen. Wenn ein Verhältnis unter uns Menschen gestört ist und wieder in Ordnung gebracht werden soll, können wir Versöhnung suchen. Durch die Sünde ist aber auch eine Kluft zwischen Gott und uns Menschen entstanden.

Deine Liebe und Barmherzigkeit zur Welt und zum Menschen hat den Weg zur Versöhnung gebahnt. Du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, damit wir durch ihn leben. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Dich geliebt haben, sondern dass du uns geliebt und deinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden gesandt hast“ (vgl. 1. Johannes 4,9.10).

Durch den Glauben an Jesus Christus und das Ergreifen der durch ihn angebotenen Gnade werden wir Menschen der Versöhnung teilhaftig und kommen zum Frieden. So wie die Versöhnung von dir, dem ewigen Gott ausgegangen ist, so geht auch der Dienst der Versöhnung von dir aus. Die Bereitschaft zur Versöhnung soll unser Anspruch und unsere Verpflichtung sein. Amen.

Fürbitte von Frau Helga Giardino, Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Dietzenbach:

Gebet zum Stillen des Durstes nach Frieden

Gott, Heilige Weisheit, wir bitten Dich für die Opfer von Bequemlichkeit, Hass und Egoismus überall in der Welt. In vielen Ländern dieser Erde leiden Menschen unter Terror und Krieg. Sie leben in der Angst, die nächste Woche nicht mehr lebend zu erreichen. Sie trauern um Angehörige, die bei Selbstmordattentaten oder im Krieg starben. Frauen werden vergewaltigt, Säuglinge sterben, Männer werden zum Militärdienst gezwungen, Kinder haben keine andere Perspektive, als sich als Kindersoldaten dem Bürgerkrieg anzuschließen. All dies sind keine Naturkatastrophen, sondern von Menschen gesteuert, die das Leiden ausnutzen und durch Halbwahrheiten Angst zu Hass umwandeln.

Gott, Heilige Weisheit, öffne die Münder zum Widersprechen gegen vorschnelle Schuldzuweisungen und tödlichen Hass. Lass Deinen Geist der Gerechtigkeit durch die Herzen wehen, damit der Durst nach gerechtem Frieden nie aufhöre. Tag für Tag kämpfen viele Menschen gegen Hunger und Verelendung. Unzählige Menschen leiden unter dem globalisierten Wirtschaftssystem, das arme Länder mehr und mehr ins Elend treibt. Oft sehen wir nur die Probleme der deutschen Wirtschaft und übersehen dabei, wie viel größer das Elend bei unseren Handelspartnern ist.

Gott, Heilige Weisheit, öffne Augen und Ohren für die Leiden unserer Mitmenschen, erfülle unsere Herzen mit mitfühlender Weisheit, schenke uns Aufrichtigkeit und die Fähigkeit zur Selbstkritik. Gott, das Böse dieser Welt wird allzu oft auch noch in Deinem Namen verübt. Unter Berufung auf Dich wurden und werden fast überall auf der Welt Frauen diskriminiert, Minderheiten unterdrückt, Andersgläubige verfolgt, Terroranschläge verübt, Ungerechtigkeiten gerechtfertigt und Opfer zu vorschnellem Verzeihen genötigt. Umgekehrt begeben sich immer wieder viele Menschen in größte Gefahr, wenn sie sich zu Recht auf Deinen Namen berufen und gegen solches Unrecht protestieren.

Gott, Heilige Weisheit, stärke diejenigen, die in Deinem Namen gegen Ungerechtigkeiten ankämpfen, und schenke ihnen Freunde und Mitstreiter und Mitstreiterinnen. Erfülle unsere Herzen mit mutiger Weisheit und schenke uns Tapferkeit und Ausdauer. Überall auf der Welt leiden Menschen an unheilbaren Krankheiten. Ihre Verwandten und Freunde müssen hilflos zuschauen und würden doch gerne helfen. Auch gibt es viele Menschen, denen psychische Konflikte den Weg in die Zukunft versperren. Hier fühlen wir uns hilflos und ratlos.

Gott, Heilige Weisheit, heile, was zerbrochen ist, und stehe denen bei, für die es keinen Trost gibt. Lasse Deinen Geist des Trostes durch unsere Herzen wehen, damit bereits jetzt die Heilung beginnt, die Du dereinst vollenden wirst.