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Leserbrief zum "Wirbel um angebliches Salafistentreffen in Dietzenbach"

Leserbrief des ARD-Pressesprechers Horst Schäfer zum Artikel „Wirbel um Salafistentreffen in Dietzenbach“ in der Ausgabe der Offenbach-Post vom 21. Januar 2015

„Die Freunde von Pierre Vogel sollen sich in Dietzenbach getroffen haben. Der HR-Reporter und selbsternannte Islamismus-Experte Volker Siefert hat es in die Welt gesetzt. Die Medien verbreiteten diese Nachricht. Dietzenbacher fühlen sich bedroht und Nicht-Dietzenbacher dürfen ihr Ressentiment gegen die Stadt und ihre Bürger gepflegt sehen. Sofort kursieren Gerüchte, Herrn Vogels Anhänger hätten sich in einer bestimmten Dietzenbacher Moschee getroffen. Am Ende des Tages räumt Volker Siefert ein, die könnten sich auch in einer privaten Wohnung getroffen haben, vielleicht auch in einer anderen Stadt. Wer sind nun die Verlierer dieser Qualität von Journalismus?

Alle drei Moscheegemeinden Dietzenbachs haben sich zusammen mit fast allen christlichen Gemeinden 2011 zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen (ARD). Die ARD hat in einer Presseerklärung vom 11.09.2011 das Gedankengut des Pierre Vogel entschieden abgelehnt. Die drei Moscheegemeinden sind dem in eigenen Presseerklärungen gefolgt. Insbesondere die marokkanische Tawhid-Moschee hat Herrn Vogels Gedankengut „strikt abgelehnt“ (siehe Offenbach-Post vom 20.07.2013). Das alles ist unter www.ardietzenbach.de öffentlich nachlesbar. Alle drei Dietzenbacher Moscheegemeinden haben der ARD aktuell versichert, dass Herr Vogel in ihren Moscheeräumen kein Treffen veranstaltet hat. Warum also soll in Dietzenbacher Moscheen Herr Vogel ein- und ausgehen dürfen?

In der Dietzenbacher Zivilgesellschaft hat sich seit Gründung der ARD ein langsamer, aber dauerhafter respektvoller Umgang von Menschen verschiedener Herkunft und Religion entwickelt. Haben diese Medienberichte diese wechselseitige Vertrauenslage nun gefördert?

Am Ende hat Herr Vogel schon mal das Ziel erreicht, das Sicherheits- und Vertrauensgefühl aller Dietzenbacher und das Image der Stadt zu beschädigen, ob er nun in der Stadt war oder nicht. Das haben die Stadt Dietzenbach und ihre Bürger nicht verdient! Das Abendland in Dietzenbach ist nicht gefährdet.“

Horst Schäfer