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Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach zu Menschenrechtsverstößen im Namen von Religionen

Die Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach (abgekürzt ARD) hat sich seit ihrer Gründung im Jahre 2011 in öffentlichen Veranstaltungen mit Themen wie

-          Erziehung von Kindern zum Frieden,

-          Ehrfurcht vor dem Alter,

-          Einführung von Islamunterricht in Schulen,

-          Erbrecht in BGB und Koran,

-          Sarglose muslimische Bestattung auf deutschen Friedhöfen,

-          Früherkennung und Verhinderung der religiösen Radikalisierung von Jugendlichen,

-          radikale Hassprediger und Demagogen.

-          öffentlichen Friedensgebeten

beschäftigt. Die ARD war und ist bei allen Themen bemüht, Verständnis für unterschiedliche Positionen der Religionen und Religionsgemeinschaften zu wecken, Unterschiede ohne Abwertung oder Ausgrenzung in der Öffentlichkeit zu vertreten, und all das ohne allgemein-politisch Partei zu ergreifen.

Die ARD-Mitglieder haben sich in ihrer Gründungsurkunde verpflichtet, grundsätzlich nur zu lokalpolitischen Themen mit Bezügen zu Religion aufzuklären und Stellung zu nehmen. Die ARD und ihre Mitgliedsgemeinden haben sich in den vergangenen Monaten ausnahmsweise einmal mit Fragen der Darstellung und Bewertung religionspolitischer Weltkonflikte und einzelner Religionen in den Medien beschäftigt. Der öffentliche Diskurs über Menschen-rechtsverstöße im Namen von Religionen und die Medienberichterstattung darüber nimmt die ARD ausnahmsweise zum Anlass einer öffentlichen Stellungnahme. Denn dieser Diskurs droht den gesellschaftlichen Konsens über den Primat des säkularen Staates, die Zustimmung zur Beachtung und Verteidigung der Menschenrechte nach der UN-Konvention von 1948, und das pluralistische Selbstverständnis der Gleichwertigkeit aller Religionen zu gefährden.

Insbesondere die verschiedenen Nahostkonflikte können dazu verleiten, sich zugunsten nur einer Seite in den Konflikten zu positionieren. Dennoch sieht die ARD ihre Aufgabe darin, die verschiedenen Argumente und Perspektiven im Dialog zu halten und für einen respektvollen gewaltfreien Umgang der Religionen und Religionsgemeinschaften miteinander einzutreten und zu werben. Das gilt sowohl im Verhältnis zwischen den Religionen und Religionsgemeinschaften als auch innerjüdisch, innerchristlich und innermuslimisch.

Mögliche unterschiedliche Einschätzungen der - meist komplexen - Geschichte und der Gegenwart dieser Konflikte hält die ARD für legitim,

- Appelle und Aufforderungen zum Einhalten wenigstens des international anerkannten Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit militärischer Aktionen gegen Zivilbevölkerung hält sie für angebracht,

- das Rechtfertigen übermäßiger eigener militärischer Gewalt erachtet sie niemals für begründet,

- das Erinnern an gewaltsamen Heimatverlust, an Kriegsverbrechen und an Vertreibung hält sie für notwendig,

- das Verharmlosen von Verfolgungstatbeständen, wo immer das auch geschehen mag, hält sie für unredlich,

- das historische Relativieren eigener Kriegsschuld mit Übergriffen des Kriegsgegners hält sie für ungenügend,

- das Vergleichen von Gräueltaten erachtet sie für unethisch,

- das Begründen von Menschenrechtsverstößen mit religiösen Auffassungen hält sie für verwerflich.

All dies hat in der ARD aber nicht dazu geführt, das insbesondere persönliche Gespräch unter den Mitgliedsgemeinden abreißen zu lassen.

Alle Mitglieder der ARD verurteilen Antisemitismus, Christenverfolgung und Islamfeindlichkeit. Sie verurteilen ebenso jegliche Menschenrechtsverstöße, die mit religiösen Lehren und Alleinvertretungsansprüchen begründet werden. Die ARD tritt auch dem durch viele Medienberichte über religiös begründete Gräueltaten genährten Eindruck entgegen, dies sei repräsentativ, symptomatisch oder typisch für die jeweilige Religion oder Religionsgemeinschaft. Die ARD unterstützt das Recht auf freie Religionsausübung, das Recht auf religionsgemeinschaftliche Verschiedenheit und tritt evtl. mehrheits-gesellschaftlichem Bedarf an Ungleichheit durch Ab- und Ausgrenzung zur Stiftung eigener Identität entgegen. Die ARD weist auch darauf hin, dass sich ihre Mitgliedsgemeinden zur Abwägung der Religionsfreiheit mit konkurrierenden Grundrechten, z.B. mit dem Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit, in säkularem Staats- und Rechtsverständnis verpflichtet haben.

Entgegen dem durch Medienberichte geweckten Eindruck, der Islam sei eine grundsätzlich unfriedliche Religion, erlebt die ARD in Dietzenbach, dass in den einzelnen Mitgliedsgemeinden zur Verhinderung von Polarisierungen energisch und erfolgreich gegen religiös begründete Andersgläubigenfurcht, Fremdenfeindschaft, Ressentiments und Vorurteile gearbeitet wird. Die Anerkennung der Freiheit von und der Freiheit zu Religion jedes Einzelnen und jeder Gemeinschaft sind die Grundsätze der Arbeitsgemeinschaft der Religionen und bleiben ihre Vision.

Dietzenbach, am 19. Februar 2015

 

Leserbrief des ARD-Pressesprechers Horst Schäfer zum Artikel „Wirbel um Salafistentreffen in Dietzenbach“ in der Ausgabe der Offenbach-Post vom 21. Januar 2015

Die Freunde von Pierre Vogel sollen sich in Dietzenbach getroffen haben. Der HR-Reporter und selbsternannte Islamismus-Experte Volker Siefert hat es in die Welt gesetzt. Die Medien verbreiteten diese Nachricht. Dietzenbacher fühlen sich bedroht und Nicht-Dietzenbacher dürfen ihr Ressentiment gegen die Stadt und ihre Bürger gepflegt sehen. Sofort kursieren Gerüchte, Herrn Vogels Anhänger hätten sich in einer bestimmten Dietzenbacher Moschee getroffen. Am Ende des Tages räumt Volker Siefert ein, die könnten sich auch in einer privaten Wohnung getroffen haben, vielleicht auch in einer anderen Stadt. Wer sind nun die Verlierer dieser Qualität von Journalismus?

Alle drei Moscheegemeinden Dietzenbachs haben sich zusammen mit fast allen christlichen Gemeinden 2011 zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen (ARD). Die ARD hat in einer Presseerklärung vom 11.09.2011 das Gedankengut des Pierre Vogel entschieden abgelehnt. Die drei Moscheegemeinden sind dem in eigenen Presseerklärungen gefolgt. Insbesondere die marokkanische Tawhid-Moschee hat Herrn Vogels Gedankengut „strikt abgelehnt“ (siehe Offenbach-Post vom 20.07.2013). Das alles ist unter www.ardietzenbach.de öffentlich nachlesbar. Alle drei Dietzenbacher Moscheegemeinden haben der ARD aktuell versichert, dass Herr Vogel in ihren Moscheeräumen kein Treffen veranstaltet hat. Warum also soll in Dietzenbacher Moscheen Herr Vogel ein- und ausgehen dürfen?

In der Dietzenbacher Zivilgesellschaft hat sich seit Gründung der ARD ein langsamer, aber dauerhafter respektvoller Umgang von Menschen verschiedener Herkunft und Religion entwickelt. Haben diese Medienberichte diese wechselseitige Vertrauenslage nun gefördert?

Am Ende hat Herr Vogel schon mal das Ziel erreicht, das Sicherheits- und Vertrauensgefühl aller Dietzenbacher und das Image der Stadt zu beschädigen, ob er nun in der Stadt war oder nicht. Das haben die Stadt Dietzenbach und ihre Bürger nicht verdient! Das Abendland in Dietzenbach ist nicht gefährdet.

Presserklärung der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach: Veranstaltung  zum islamischen Religionsunterricht

Die Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach (ARD) lädt zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum islamischen Religionsunterricht ein für  Dienstag, den 18.Juni 2013, 18.00 Uhr ins Bildungshaus in der Rodgaustr.9.

Als sachkundige Referenten berichten der DITIB-Landesvorsitzende Fuat Kurt, der Ahmadiyya-Bildungsreferent Waseem Gaffar und der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an muslimische und christliche Eltern von Grundschülern. Aber auch interessierte Bürger sind willkommen.

Ab dem Schuljahr 2013/2014 wird in Hessen bekenntnisorientierter Religionsunterricht jeweils in Kooperation mit dem DITIB Landesverband Hessen e. V. und der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat - Körperschaft des öffentl. Rechts - eingerichtet. An der Aue-Schule und der Sterntaler-Schule in Dietzenbach werden dann muslimische Kinder in ihrer eigenen Religion und nach den Werten, die das Grundgesetz vorgibt, unterrichtet. Dazu gehören die Würde eines jeden Menschen, Achtung vor dem Nächsten, Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Ein bekenntnisorientierter Religionsunterricht soll damit einen wertvollen integrationspolitischen Beitrag leisten. Muslimische Kinder und Jugendliche sollen sich mit ihrem Glauben – wie derzeit die vielen Kinder und Jugendlichen anderer Bekenntnisse auch – im Rahmen eines vom Staat veranstalteten, der Verfassung verpflichteten und in deutscher Sprache gehaltenen Unterrichts auseinandersetzen können. Das soll ihnen helfen, sich in einer Vielfalt möglicher Lebensentwürfe zurechtzufinden und eine eigene Identität herauszubilden, die religiöse Orientierung und ethische Urteilsfähigkeit einschließt.

Die Zuhörer dürfen Antworten erhoffen auf Fragen wie etwa:

Welche Ausbildung haben die Lehrkräfte?

Welche Lehrinhalte sollen vermittelt werden?

Dürfen die unterschiedlichen muslimischen Religionsgemeinschaften ihre individuellen Glaubenssätze lehren?

Gibt es Unterschiede zwischen bekenntnisorientiertem Religionsunterricht und Koranschulen?

Wodurch wird gewährleistet, dass islamistisches Gedankengut nicht gelehrt wird?

Wie können die Lehrkräfte erreichen, dass die SchülerInnen weniger anfällig gegen islamischen Extremismus werden?

Können die Kinder in Konflikte geraten zwischen dem staatlichen Religionsunterricht und dem Koranunterricht an den Moscheen?

Werden die Lehrstoffe kontrolliert?

In welchen Klassenstärken soll unterrichtet werden?

Wird der islamische Religionsunterricht koedukativ abgehalten werden?

Dürfen Grundschülerinnen Kopftücher tragen?

Presserklärung der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach zu "sarglosen" Bestattungen auf dem Dietzenbacher Friedhof

Seit dem 1.März 2013 ist in Hessen die sarglose Bestattung nach muslimischem Brauch zulässig. Der Stadtverordnetenversammlung liegt ein Antrag vor, solche Bestattungen auch auf dem Dietzenbacher Friedhof zu ermöglichen .

Auch die Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach (ARD) hat dieses Thema auf ihrer jüngsten Sitzung erörtert. Sie erachtet die Bestattung von verstorbenen Migranten in Deutschland als ein Zeichen der Identifikation mit der neuen Heimat.

Das Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen gehört heute ganz selbstverständlich zum pluralistischen Leben in Deutschland. Zwar tut sich die deutsche Gesellschaft oftmals noch schwer, das „Fremde“ als Bereicherung anzuerkennen. Muslime leben aber immerhin seit 50 Jahren in Hessen, seit 40 Jahren auch in Dietzenbach, und bilden die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Ein großer Teil dieser Menschen ist hier geboren. Muslimische Kinder besuchen hier die Kindergärten und Schulen. Muslime arbeiten hier auf allen Ausbildungsebenen. Sie haben hier ihre Häuser gebaut und bauen weiter. Sie haben hier ihre Moscheen errichtet. Kurz: Sie sind überall präsent und tragen auch zum sozialen Wohlstand unserer Gesellschaft bei. Sie zahlen ihre Abgaben und Steuern und erfüllen ihre staatsbürgerlichen Pflichten. Die meisten Muslime sind deutsche Staatsangehörige. Sie leben und sterben hier. Deutschland ist zu ihrer neuen Heimat geworden. Sie sind zum größten Teil vollständig integriert und wichtiger Teil der kulturellen Vielfalt geworden.

Auch das heutige Bestattungswesen muss den vielfältigen religiösen und kulturellen Herkünften und Bindungen Rechnung tragen. Die Akzeptanz der muslimischen Bestattungskultur ist in diesem Sinne ein weiterer Schritt zur Integration in die deutsche Gesellschaft, besser gesagt, zur gleichberechtigten kulturellen Vielfalt in Deutschland. Auch Muslime sollen dasjenige Land als letzte Ruhestätte wählen dürfen, in dem  sie gelebt haben und gestorben sind. Die Religionsfreiheit umfasst nicht nur das Recht, eine Religion zu haben, seine Religion zu bekennen und nach seiner religiösen Überzeugung zu leben sondern auch nach dem Ritus und Brauchtum seiner Religion bestattet zu werden. Auf die religiöse und kulturelle Vielfalt im Leben darf keine Einheitlichkeit im Tode folgen.

Die ARD befürwortet darum grundsätzlich die sarglose Bestattung auf dem Dietzenbacher Friedhof. Allerdings sollten vorab noch - bisher unbeantwortete - Fragen des Begräbnisvorgangs geklärt werden. Die Pietät des/der Verstorbenen muß gewahrt werden.  Die ARD setzt sich letztlich für die Einbindung der 3 muslimischen Religionsgemeinschaften in Dietzenbach in den politischen Meinungsbildungsprozeß ein. Auf diese Weise kann viel Vertrauen in öffentliche Entscheidungsinstanzen erworben werden.

Der ARD gehören an die katholische Gemeinde St.Martin, die evangelische Christus-Gemeinde, die evangelische Martin-Luther-Gemeinde, die freie evangelische Jesus-Gemeinde, die Neuapostolische Gemeinde, die türkische Fatih-Moschee-Gemeinde, die marokkanische Tawhid-Moschee-Gemeinde und die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde.

Presserklärung der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach zum Auftritt des Autors Zahid Khan: Positionspapier der ARD Dietzenbach zum Auftritt des Autors Zahid Khan vor dem Bürgerhaus Dietzenbach am 29.Januar 2012

Die Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach (ARD) hat sich mit dem Gedankengut des Autors und selbsternannten Propheten Zahid Khan auseinandergesetzt.

Die ARD erachtet die These des Herrn Zahid Khan, die Propheten aller Religionen seien fehlbar und alle hätten Fehler gemacht, nur der selbsternannte Prophet Zahid Khan interpretiere die einzelnen Religionsgrundlagen richtig, für anmaßend, respektlos, vermessen und verletzend. Der Autor greift damit die Grundfeste aller Religionen an und verletzt Religionsgründer und gläubige Menschen. Die  ARD hält die Thesen des Herrn Zahid Khan theologisch für substanzlos und religionsunwissenschaftlich, soziologisch für unreflektiert und nicht-rational (etwa die Gleichstellung der Gesellschaften im Arabien des 6.-7.Jahrhunderts mit der abendländischen Gesellschaft Deutschlands des 20.-21.Jahrhunderts), seine intellektuelle Methodik auf niedrigem Niveau, oberflächlich und unschlüssig (etwa die Gleichsetzung der Verteufelung der Propheten Jesus und Mohammed zu deren Lebzeiten mit der gegenwärtigen Verteufelung des Herrn Zahid Khan), seine Propaganda und Rhetorik für aufrührerisch, demagogisch, gefährlich, populistisch, provokativ und spalterisch, seine Werbemethoden für anstößig und wettbewerbswidrig in der öffentlichen Meinungsauseinandersetzung.

Für alle Religionen und Religionsgemeinschaften offenbaren sich die Worte Gottes durch Worte der Propheten. Sie sind teilweise zum Kern der ethischen Grundlagen der Menschheit geworden. Diese Grundlagen sind insbesondere in der UN-Menschenrechtskonvention manifestiert worden.

Zu deren Achtung hat sich auch die ARD in ihrem Grundsatzpapier verpflichtet. Dazu gehören u.a.

-    die Anerkennung der Gedanken- und Religionsfreiheit,

-    das Verbot jeder Form der Diskriminierung aufgrund der Religion,

-    die Abwägung der Religionsfreiheit mit konkurrierenden Grundrechten in säkularem Staats- und Rechtsverständnis,

-    das Recht auf freie Meinungsäußerung,

-    die Gewaltfreiheit im Umgang mit Konflikten,

-    der Respekt auch vor Nonkonformisten.

Die ARD erkennt selbstverständlich Herrn Zahid Khans Recht auf Versammlungsfreiheit, auf freie Äußerung seiner Gedanken und Meinungen und auch sein Recht auf Werben dafür an. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist für alle ARD-Mitglieder ein hohes Kultur- und Rechtsgut. Die ARD versteht sich allerdings nicht als Anwalt des Rechts zur Verbreitung auch konfuser und unqualifizierter Religionsmeinungen, die aufgrund ihrer provokativen Darstellung geeignet sind Unfrieden zu stiften. Beschützer solchen Rechts sind in Deutschland kraft des Grundgesetzes der säkulare Staat und die Kommunen.

Alle ARD-Mitglieder wollen in ihren Kirchen und Moscheen deeskalierend und mäßigend auf Forderungen nach gewalttätiger Abstrafung des Herrn Zahid Khan reagieren. Sie wollen gleichzeitig keinerlei Beiträge zur Verbreitung der Thesen des Herrn Khan leisten und nur nach Medienveröffentlichungen darauf reagieren.

Da Herr Khan mit seinen Thesen die Grundfeste aller Religionen gleichermaßen angreift und insbesondere die Religionsgründer der monotheistischen Religionen verletzt, distanzieren sich alle ARD-Mitglieder von seinen Behauptungen und Erklärungen. Die ARD erachtet es deshalb auch nicht als rein innermuslimische Angelegenheit und will sich das Solidarband zwischen den in ihr organisierten Religionsgemeinschaften weder von Parteien noch von Einzelpersonen beschädigen lassen. Herrn Khans Thesen wirken spaltend und zerstörerisch sowohl innerhalb der Moscheegemeinden als auch auf die Solidarität unter den Religionsgemeinschaften der ARD.

Die ARD verurteilt einzelne Werbemethoden des Herrn Khan für seine Thesen, für seine am 29.Januar 2012 vor dem Dietzenbacher Bürgerhaus gehaltene Rede und zur Ankurbelung des Verkaufs seiner Bücher. Sollte es wahr sein, dass er Werbehandzettel für diese Veranstaltung in ausgewählten Wohnvierteln mit von ihm vermutetem hohem – insbesondere muslimischem - Migrantenanteil hat verteilen lassen, dann kann dies sowohl als gezielte Ansprache potentieller Interessenten für seine Bücher und Thesen als auch als Provokation potentieller Gegner gewertet werden. Diese Werbemethode verzerrt offensichtlich den freien Wettbewerb der Meinungen in der Stadt Dietzenbach.

Presserklärung der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach zu Pierre Vogel (11.9.2011)

Die Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach hat sich mit dem Gedankengut des islamischen Predigers Pierre Vogel auseinandergesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich u.a. zum Verzicht auf jegliche Formen des religiösen Fanatismus und der Intoleranz verpflichtet. Herr Vogel gefährdet die friedensstiftende und integrationsfördernde Kooperation, zu der sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verpflichtet haben.

Sein Gedankengut widerspricht den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft. Alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft distanzieren sich von seinem Gedankengut. Der Arbeitsgemeinschaft gehören neben der kathol. Gemeinde St.Martin, der ev.Christus-Gemeinde, der ev.Martin-Luther-Gemeinde, der freien ev. Jesus-Gemeinde und der Neuapostolischen Gemeinde der türkische Fatih-Moschee-Verein, der marokkanische Tawhid-Moschee-Verein und die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde an.

Die Arbeitsgemeinschaft ruft alle Dietzenbacher auf, das Bestreben nach Überwindung von Ausgrenzung und Erniedrigung von Anders- und Nicht-Gläubigen, das Bestreben nach Überwindung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Christenfeindschaft und den Willen zum Verständnis des Anderen zu fördern und zu unterstützen.