
Samstag, 13. September 2025 – 17 Uhr – “Garten der Religionen” auf dem Friedhof Dietzenbach
Für die Bewahrung der Schöpfung
Für das friedliche Zusammenleben der Religionen und Kulturen
Für die politisch Verantwortlichen
Für das Miteinander der Generationen
Für ein Ende individueller Streitigkeiten und aller kriegerischen Auseinandersetzungen

Horst Schäfer, ehemaliger Sprecher der ARD
Sehr geehrte Besucher des Fünfzehnten Dietzenbacher Friedensgebets,
liebe Sucher nach Frieden in einer unruhigen, und offenbar immer unfriedlicher werdenden Welt, besonders begrüßen möchte ich die Teilnehmer des Bundeskongresses der Räte der Religionen, die an diesem Wochenende aus allen Teilen der Republik nach Dietzenbach gekommen sind, um allen Menschen zu zeigen, dass und wie Menschen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher ethno-kultureller Herkunft friedlich miteinander umgehen können.
Ich möchte Ihnen zuerst die herzlichsten Grüße unseres Bürgermeisters Dieter Lang ausrichten, der heute sehr gerne hierher gekommen wäre, aber leider verhindert ist. Er bittet mich, seinen Dank allen beteiligten Religions- und Glaubensvertretern zu übermitteln, dass sie mit ihrem Wirken und ihrem Zusammenhalt Zeichen der Solidarität und des Miteinanders setzen.
Dieses Friedensgebet findet alljährlich im Rahmen der Interkulturellen Wochen statt. Diese Interkulturellen Wochen finden dieses Jahr bundesweit zum 50.Mal statt. Für das laufende Jahr trägt sie das Motto: 50 Jahre Interkulturelle Woche, 50 Jahre dafür!
Was soll uns dieser Begriff „Dafür!“ sagen?
Dafür – jeder Intoleranz und Ausgrenzung zum Trotz! Seit 50 Jahren bauen die IKW-Organisatoren gemeinsam an einer offenen, vielfältigen Gesellschaft. Gemeinsam öffnen viele Menschen Türen, laden ein, wachsen miteinander und versuchen zusammenzuhalten. Und seit 15 Jahren trägt auch das Dietzenbacher Friedensgebet dazu bei.
Für Vielfalt und eine starke Demokratie. Vielfalt ist der Motor unserer Demokratie. Sie will nicht ertragen, sondern aktiv gestaltet und gefördert werden. Dafür schaffen auch die Interkulturellen Wochen Räume – Dialog, Begegnung und den Abbau von Vorurteilen, Klischees, Ressentiments, für gegenseitiges Verständnis und die Freude, die wir miteinander haben können. Das ist auch eines der großen Anliegen des Bundeskongresses der Räte der Religionen.
Für eine offene Gesellschaft und gegen autoritäre und diktatorische, nationalistisch-imperialistische Einparteienstaaten. Menschen wollen gleichberechtigt teilhaben. Mit der Interkulturellen Woche und auch mit diesem heutigen Friedensgebet setzen wir ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir setzen uns ein für Menschenrechte im alleinigen Sinne der UN-Menschenrechtskonvention, und nicht eingeschränkt von religiösen Schriften. Wir setzen uns ein für eine menschenwürdige Behandlung von allen, die zu uns kommen und friedlich mit uns zusammenleben wollen.
Für Solidarität und Zusammenhalt. Mit der Interkulturellen Woche rufen wir zum beherzten Engagement auf, um die anstehenden großen Herausforderungen gemeinsam zu begreifen und anzupacken. Selten war Solidarität wichtiger als gerade jetzt, wo die Sozialstaatsdebatte die schon wieder größer gewordene Schere zwischen Arm und Reich offenlegt. Und nichts stärkt unsere Gesellschaft besser als unser – auch religionsübergreifender – Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung.
Dafür! fordert uns auf, Stellung zu beziehen, Gesicht zu zeigen, Haltung darzustellen, und uns klar und deutlich für das Füreinander auszusprechen.
Dafür! Begreifen wir als lebendigen und starken Gegenpol zur immer lauter und gefährlicher werdenden rechtspopulistischen Stimmung im Land. Ein Gegenpol zu denen, die ständig und immer öfter die Schuld bei Anderen suchen und lauthals „Dagegen!“ brüllen, statt sich für eine konstruktive demokratische und rechtsstaatlich orientierte Politik stark zu machen.
Dafür zu sein ist in Zeiten sehr schwer, in denen zu viele Menschen die sie erreichenden Informationen nicht mehr einteilen können in Wahrheit oder Lüge, in ehrliche Information oder propagandistische Instrumentalisierung, in denen zu viele Menschen auf die Verlockung des Autoritären hereinfallen.
Dafür wollen wir heute dem Schöpfer der Erde religionsübergreifend solidarisch, aus ehrlichen Herzen und mit inständigem Trachten wieder Fürbitten für den Frieden vortragen.

Elke Toussaint und Agnes von Knorre, Kirchenvorstand der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde Dietzenbach-Steinberg
Wir beten für „Gerechtigkeit“!
Barmherziger Gott, du Quelle der Wahrheit, du Ursprung der Gerechtigkeit. Wir hören und sehen auf dich, und wir bitten dich: Vertreibe die Schatten, die diese Tage verdunkeln.
Deine Gerechtigkeit, Gott, ist anders. Deine Gerechtigkeit schenkt Leben. Wo wir kritisieren, belohnst du, wo wir uns abwenden, bist du da. Ohne deine Gerechtigkeit wäre die Welt verloren.
Auf deine Gerechtigkeit warten die Armen. Wir bitten dich: Mach deine Gerechtigkeit groß für die Armen, damit ihre Kinder gute Schulen besuchen, damit die „Tafeln“ überflüssig werden, damit sie in warmen Wohnungen leben. Ohne deine Gerechtigkeit, wären die Armen verloren.
Auf deine Gerechtigkeit warten die Menschen. Wir bitten dich: Mach deine Gerechtigkeit groß für die Opfer von Gewalt, damit sie eine sichere Zuflucht finden und die Kriege enden. Ohne deine Gerechtigkeit, wären die Menschen verloren.
Auf deine Gerechtigkeit wartet die Schöpfung. Wir bitten dich: Rette durch deine Gerechtigkeit die um unseretwillen leidende Kreatur und hilf den Opfern von Flut- und Brandkatastrophen. Ohne deine Gerechtigkeit wäre die Schöpfung verloren.
Um deine Gerechtigkeit beten alle, die auf dich vertrauen. Wir bitten dich: Deine Gerechtigkeit wecke das Gewissen der Mächtigen, mahne die Einflussreichen, versöhne die Streitenden. In deiner Gerechtigkeit heile die Kranken, schütze die Verzweifelten, tröste die Trauernden. Deine Gerechtigkeit öffne uns für dein Wort, deine Liebe, deine Gegenwart.
Wir rufen zu dir: Schenke uns deine Gerechtigkeit. Behüte uns und segne uns und deine Welt. Amen.
Für die Bewahrung der Schöpfung

Mehmet Sertdere, Vorsteher der DITIB Fatih-Moschee-Gemeinde
O Herr der Welten. Du bist Herr über alles, was existiert. Du bist Herr über das Diesseits und das Jenseits. Was du willst, geschieht, was du nicht willst, geschieht nicht. Deine Herrschaft ähnelt nicht den Herrschaften auf dieser Welt.
O Herr der Welten. Du bist der wahre Beschützer. Du siehst uns jeden Moment und wahrlich bist du es, der uns belohnen wird.
Deswegen, O Allah, bewahre uns davor, den Schutz durch das blinde Anhäufen von weltlichen Dingen zu suchen. Bewahre uns vor der Angst des Verarmens. Und bewahre uns davor, diese Welt uns zu unserem Herrn zu machen.
O Herr der Welten. Du bist der Allmächtige. Du bist unbesiegbar. Keine Kraft oder Macht dieser Welt kann sich deiner nähern.
Deswegen, O Allah, bewahre uns davor, deine Macht zu vergessen und uns den Tyrannen dieser Welt zu beugen.
O Herr der Welten. Du bist es, der seinen Willen – wenn nötig – durchsetzt.
Deswegen, O Allah, bewahre uns davor, Furcht vor dem Aussprechen unseres Glaubens zu haben. O Allah, nimm die Angst aus unseren Herzen, löse die Knoten unserer Zungen und mache unsere Angelegenheiten leicht.
O Herr der Welten. Du bist es, der uns erschaffen hat und uns für eine bestimmte Zeit in dieser Welt verweilen lässt.
Deswegen, O Allah, bewahre uns davor zu vergessen, dass auch wir hier begraben werden, und nichts von dieser Welt mitnehmen werden. Allein dieser Glaube an dich, die Befolgung deiner Gebote und Verbote werden uns ein Licht in der Dunkelheit sein.
Für das friedliche Zusammenleben der Religionen und Kulturen

Pfarrerin Andrea Schwarze und Ute Zanger, Kirchenvorstand der evangelischen Christus-Gemeinde Dietzenbach
Mut tut gut, Gott, wenn wir als Religions- und Glaubensgemeinschaften aufeinander zu gehen.
Ja, es braucht Mut, um sich kennen zu lernen, um sich „aufeinander einzulassen“.
Die Religionen und Glaubensformen sind so unterschiedlich. Du, Gott, weißt es. Zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. In verschiedenen Ländern. In vielfältigen Kulturen. Die Formen des Glaubens sind von vielen unterschiedlichen Menschen geprägt. In grundlegend unterschiedlichen politischen Zeiten und unter verschiedenen Voraussetzungen.
Mut tut gut. Du weißt es, Gott. Mut zur Vielfalt, Mut, den anderen Menschen in seinem Glauben wahrzunehmen, Mut, miteinander zu sprechen, sich auszutauschen, Mut in den Geschlechtern und Generationen.
Wir wollen friedlich zusammenleben.
Dazu gehört Neugierde, Respekt, Wertschätzung, auch Wissen, manchmal Streit – und Mut.
Wir wissen, dass in vielen teilen der Welt Religionsausübung eingeschränkt, verboten und verfolgt wird.
Wir können sehen und hören, wie Rechte von Minderheiten beschnitten oder übergangen werden.
Wir erleben in unserer Gesellschaft, dass Hass, Gewalt, Spaltungen von manchen vorangetrieben werden, dass Extremismus, Rassismus, Antisemitismus zunehmen.
Wir wollen friedlich zusammenleben. Deswegen sind wir hier, wenden uns an dich, Gott. Dieser Mut tut gut.
So schenke uns immer wieder den Mut, uns zum friedlichen Zusammenleben zu bekennen, denn das wollen wir, in der Gesellschaft, in den Religionen, in den Schulen und an den Arbeitsplätzen, in den Familien, in unserem Leben, im Alltag.
Das Wort aus dem Timotheus-Brief – es kann den guten Mut für unser Zusammenleben stärken: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht sondern den der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1)
Amen.
Für die politisch Verantwortlichen

Renate Bottmann und Anisa Hamdamzoda, Bahai’i-Gemeindegruppe
„Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Lasst sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden. … Was immer auf dieser Grundlage errichtet ist, dessen Stärke können Wandel und Wechsel der Welt nie beeinträchtigen, noch wird der Ablauf zahlloser Jahrhunderte seinen Bau untergraben. Unsere Hoffnung ist, dass sich die religiösen Führer der Welt und ihre Herrscher vereint für die Neugestaltung dieses Zeitalters und die Wiederherstellung seiner Wohlfahrt erheben werden.“ <Bahá’u’lláh, Ährenlese 110:1>
„Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit zur Abhaltung einer ausgedehnten und allumfassenden Versammlung der Menschen universal erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen und … solche Wege und Mittel erwägen, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert, um der Ruhe der Völker der Erde willen, dass die Großmächte sich zu völliger Versöhnung untereinander entschließen.“ <Bahá’ú’lláh, Botschaften aus Akká, 4:5:1>
„Es ist die Pflicht der Herrscher der Welt, …, sich vereint und standhaft an diesen Frieden zu halten, er ist das wichtigste Werkzeug für den Schutz der ganzen Menschheit. Wir hoffen, dass sich die Herrscher erheben werden, um das zu vollbringen, was die Wohlfahrt der Menschen verbürgt. Sie müssen eine allumfassende Versammlung einberufen, …, und Maßnahmen durchsetzen, die erforderlich sind, um Einheit und Eintracht unter den Menschen zu schaffen. Die Waffen des Krieges müssen sie ablegen und sich den Machtmitteln weltweiten Aufbaus zuwenden.“ <Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes, 55>
„Verkehrt darum, o meine liebenden Freunde, mit allen Völkern, Geschlechtern und Religionen der Welt in höchster Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Treue, Güte, voll Wohlwollen und Freundlichkeit …“ <‘Abdu’l-Bahá | Wille und Testament, 24>
Gesegnet und glücklich ist, wer sich erhebt, um dem Wohl der Völker und Geschlechter der Erde zu dienen.“ <Bahá’ú’lláh, Botschaften aus Akká, 4:5:1>
Für das Miteinander der Generationen

Pastor Stefan Wenzel, Jesus-Gemeinde Dietzenbach
Lieber Gott, wir danken dir dafür, dass du in deinem Wort sagst, dass du nicht ein Gott der Toten sondern der Lebenden bist, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ein Gott der Generationen.
Wir bitten dich für ein gutes Miteinander der Generationen in Dietzenbach.
Wir beten dafür, dass die jungen Menschen den Älteren mit Respekt und Hilfsbereitschaft begegnen.
Wir beten dafür, dass die älteren Menschen die Jungen fördern, unterstützen und ihnen helfen, in ihre Berufung hineinzufinden.
Wir danken dir Herr, dass du ein Gott bist, der Vision, Freude und Hoffnung schenkt; für jetzt und in Ewigkeit.
So beten wir im Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Amen.

Luqman Ahmad, Imam der Ahmadiyya-Muslim Jamaat:
Assalam-o-aleikum wa Rahmatullah, Friede sei mit Ihnen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Versöhnung ist ein Thema, das jede Religion vermittelt, und das für das Zusammenleben und den Zusammenhalt in der Gesellschaft essentiell ist. Denn Versöhnung bedeutet nicht nur das Ende des Streitens sondern das Heilen der Herzen und den Aufbau von Vertrauen.
Versöhnung ermöglicht uns, Freundschaften, Partnerschaften oder familiäre Bindungen zu stärken.
Der Hl. Koran sagt: „Und Versöhnung ist besser.“ (Koran 4:129) Damit macht Allah deutlich, dass der wahre Sieg nicht in der Auseinandersetzung liegt sondern im Herstellen von Frieden und Versöhnung.
Der heilige Prophet Muhammad <Friede und Segen Allahs seien auf ihm> sagte: „Die beste Tat ist es, zwischen Menschen Frieden zu stiften.“ Jede Versöhnung ist daher im Islam ein Gottesdienst.
Auch die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat betont diese Aufgabe. Der Verheißene Messias Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad <Friede sei auf ihm> schrieb: „Unsere Religion ist gekommen um Liebe und Mitgefühl zu verbreiten und Feindschaften zu beenden.“
Gerade heute, wo hier Vertreter vieler Religionen zusammengekommen sind, ist dieses Prinzip von größter Bedeutung. Versöhnung heißt, dass wir Unterschiede respektieren, Missverständnisse überwinden und Brücken der Liebe bauen.
Möge Gott allen die Kraft geben, echte Versöhnung zu leben in unseren Familien, in unseren Gemeinden und zwischen allen Völkern und Religionen. Vielen Dank.

Pfarrer Martin Weber und Gemeindereferentin Jasmin Fritsch, Katholische Pfarrgemeinde St. Martin
Gott, wir danken dir für all das, was unser Leben reich macht, für Begegnungen, die uns Freude schenken, für Menschen, die uns begleiten, und für Augenblicke, in denen wir Dankbarkeit spüren.
Wir danken dir für das, was gelingt – und auch für das, was uns lernen lässt. Dankbarkeit erinnert uns daran, dass nichts selbstverständlich ist: nicht das Lachen, das wir teilen, nicht das Brot, das uns nährt, nicht die Zeit, die wir miteinander verbringen dürfen. Daher danken wir für die Fähigkeit, dankbar sein zu können.
Dankbar für das, was war, dankbar für das, was ist, und für das, was kommen darf. Dankbar zu sein bedeutet, das Gute zu sehen – auch wenn es klein ist – und darin deine Nähe zu spüren. Dankbarkeit schenkt uns einen anderen Blick auf die Welt. Sie macht uns achtsam für kleine Zeichen, die leicht übersehen werden, und sie hilft uns, unser Leben als Geschenk wahrzunehmen.
Wir bitten dich: Vertiefe in uns diese Haltung der Dankbarkeit. Dass sie uns innerlich ruhig macht und uns den Blick füreinander öffnet. Mach sie zu einer Kraft, die uns verbindet, wenn Unterschiede uns trennen.
Hilf uns dankbar zu bleiben – nicht nur im Überfluss, sondern auch in Zeiten, die schwer sind. Dankbarkeit kann Türen öffnen, wo wir nur Mauern sehen. Sie kann uns verwandeln: von Unzufriedenheit zu Vertrauen, von Verschlossenheit zu Offenheit, von Gleichgültigkeit zu Frieden.
So bitten wir dich: Schenke uns ein dankbares Herz – als Quelle der Hoffnung und als Samen des Friedens, den wir in diese Welt hinaustragen können. Lass Dankbarkeit ein Schlüssel sein, der Türen zum Frieden öffnet, in unseren Herzen und zwischen uns Menschen. Amen.
Für ein Ende individueller Streitigkeiten und aller kriegerischen Auseinandersetzungen

Helga Giardino, Ausländerbeirat der Stadt Dietzenbach
Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, Wir kommen hier zusammen, um uns miteinander zu verbinden und um den Geist des Friedens zu bitten.
Wir bitten um Frieden in unseren Herzen. Schenke uns Mitgefühl und Liebe für unsere eigenen Schatten.
Wir bitten um Frieden in unseren Familien. Schenke uns Verständnis und Akzeptanz für andere Meinungen und Ansichten. Wir bitten um Frieden an unseren Arbeitsstätten.
Schenke uns die Fähigkeit, immer wieder in der Liebe zu bleiben und dem verletzten Herzen des Anderen Heilung zu schenken.
Wir bitten um Frieden in unseren Dörfern und Städten. Schenke uns offene Augen, ein weites Herz und eine helfende Hand, da, wo ich jetzt gebraucht werde.
Wir bitten um Frieden in unserem Land. Schenke den Regierenden immer wieder Mut, für den Frieden einzutreten.
Wir bitten um Frieden in der Ukraine und Russland, im Nahen Osten und den vielen Ländern dieser Erde, wo Gewalt und Krieg herrscht. Schenke den Menschen die Einsicht, die Bereitschaft zu verhandeln und den Mut, die Waffen niederzulegen.
Wir bitten um Frieden in der Welt. Schenke den Menschen aller Länder Deinen göttlichen Frieden.
Gott schenke uns den Geist des Friedens und lass uns einander Frieden schenken. Amen.

Mohammed Foutat, pädagogischen Leiter der Gemeinde Zentrum für Vielfalt und Dialog Dietzenbach
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
O Allah, Du bist der Friede und von Dir kommt der Friede. Wir bitten Dich heute gemeinsam, uns Deinen Frieden zu schenken.
O Allah, schenke uns Frieden in unseren Herzen. Entferne Hass, Neid und Ungerechtigkeit und erfülle uns mit Liebe, Geduld und Barmherzigkeit.
O Allah, segne unsere Familien. Mache unsere Häuser zu Orten des Vertrauens, des Respekts und der Geborgenheit.
O Allah, schenke unserer Stadt Dietzenbach Frieden und Zusammenhalt. Lass uns Nachbarn sein, die einander achten, unterstützen und die Vielfalt als Deine Gabe erkennen.
O Allah, erbarme Dich aller Menschen, die heute unter Krieg, Gewalt und Vertreibung leiden. Stehe den Kindern, den Schwachen und den Trauernden bei. Schenke Hoffnung, wo Verzweiflung ist, Licht, wo Dunkelheit herrscht.
O Allah, mache uns zu Werkzeugen Deines Friedens. Führe uns auf die Wege des Dialogs, der Gerechtigkeit und der Versöhnung. Lass uns Brücken bauen und gemeinsam Gutes in die Welt tragen.
O Allah, Du bist der Friede, und bei Dir finden wir Frieden. Schenke uns Deinen Frieden – in unseren Herzen, in unseren Familien, in unserer Stadt und in der ganzen Welt.
Amin.

Pfarrerin Sandra Scholz, Sprecherin der ARD

Lutz Berger, Friedhof Dietzenbach und Musiker