Uwe Handschuch: “Dass sie alle eins seien”

Uwe Handschuch: “Dass sie alle eins seien” – Predigt über Johannes 17, 20-26 im Ökumenischen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt (9. Mai 2024) am “Garten der Religionen”

Jesus Christus betet: Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Liebe Himmelfahrts-Gemeinde,

quasi auf den Tag genau 75 Jahre ist es her, dass am dritten Sonntag nach Ostern, auf diesen fiel nämlich der 8. Mai 1949, ein Tag, der in meiner evangelischen Tradition für sich selbst sprechend Jubilate heißt, ein Datum, das damals aber eher an die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht vier Jahre zuvor erinnerte – 75 Jahre ist es inzwischen her, dass der Parlamentarische Rat mit 53 gegen 12 Stimmen den Entwurf eines Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland annahm und damit den Weg dafür ebnete, dass gut zwei Wochen später der westliche Teil Deutschlands eine Verfassung erhielt.

Ursprünglich als Provisorium gedacht, es konnten ihm ja bei weitem nicht alle deutschen Länder zustimmen, erwies sich dieses Werk als über die Jahrzehnte hin als extrem haltbar und anpassungsfähig: 1990 stimmte ihm sogar die Volkskammer der DDR mit 299 gegen 80 Stimmen zu, und damit wurde das Wirklichkeit, was schon in der Präambel 1949 gleich dreimal Erwähnung fand: die Einheit.

Damals hieß es nämlich ganz zuvorderst in der Päambel: Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, seine nationale und staatliche Einheit zu wahren und als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen. … Es hat auch für jene Deutschen gehandelt, denen mitzuwirken versagt war. Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.

Also: die staatliche Einheit der BRD in einem vereinten Europa und die Einheit Deutschlands überhaupt. Ob das so ganz im Sinne der Militärgouverneure der britischen, französischen und amerikanischen Besatzungszone war, darf wohl bezweifelt werden. Denn die Parole der deutschen Drei-Einheit Ein Volk, ein Reich, ein Führer hallte ja wohl noch sehr gegenwärtig nicht nur durch alliierte Ohren. Aber als vorläufiges Provisorium war das illusorische Einheitswünschen des Grundgesetzes doch gerade noch akzeptabel. 1949 war ja noch nicht absehbar, was aus diesem am Boden liegenden Landstrich mitten in Europa einmal werden würde.

Auf jeden Fall dauerte es kein halbes Jahr, dass auch die Deutsche Demokratische Republik auf ihre Weise der Sehnsucht nach Einheit Ausdruck verlieh; und zwar nicht nur wie bisher in Form einer „Sozialistischen Einheitspartei“, sondern sogar kulturell-emotional im Text der DDR-Nationalhymne von Wilhelm Pieck auf die Melodie von Hans Eisler: Auferstanden aus Ruinen / und der Zukunft zugewandt, / laß uns dir zum Guten dienen, / Deutschland, einig Vaterland. Fast drei Jahre später gab es dann auch in der Bundesrepublik eine offizielle Nationalhymne. Und mit welchen Worten beginnt diese wohl? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.

Ich habe den Eindruck: Wenn etwas so oft betont wird, dann dürfte das ein Zeichen dafür sein, dass es eigentlich ziemlich heikel ist. Man wünscht sich ja eigentlich nur das, was man nicht hat. Dass es dann mit der erwünschten Einheit und Einigkeit Probleme gab, zeigt gerade die Wirkungsgeschichte der beiden Nationalhymnen: Als nämlich die Deutsche Fußballnationalmannschaft Ausgabe West am 4. Juli 1954 in Bern für ein Fußball-Wunder sorgte, weil nämlich der Essener Helmut Rahn gegen die ungarische Mannschaft hätte schießen müssen und dann auch geschossen und getroffen hat, da sangen nach dem Abpfiff die Anhänger der deutschen Mannschaft im Stadion siegestrunken die Nationalhymne: Aber nicht Einigkeit und Recht und Freiheit, sondern sozusagen wie aus den Tausend Jahren zuvor gewohnt: Deutschland, Deutschland über alles. Und 15 Jahre später konnten man ab 1970 nach Weisung der SED die DDR-Hymne nur noch instrumental hören: Deutschland, einig Vaterland passte eben nicht mehr zur neuen Parteilinie.

Nun, die staatliche wie stattliche Einheit ist bekanntlich seit bald 35 Jahren vollzogen, die korrekte dritte Strophe der Nationalhymne ist ins kollektive Gedächtnis aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger eingegangen und die Ruinen von einst sind mit abwechslungsreicher Einheitsarchitektur überbaut worden: „Was lange währt, wird endlich eins“ – altes Eheberatersprichwort. Und doch tun sich in den letzten Jahren immer mehr Risse und Brüche in unserem einigen Vater-, Mutter und Erziehungsberechtigen-Land auf.

Vor allem die mentale Struktur in diesen, unseren Landen kommt mir vor, wie ein ausgetrocknetes Flussbett: Und die durch die Risse entstandenen Lücken werden immer breiter. Offenbar gibt es gar nicht so kleine Teile unserer Bevölkerung, die selbst an einen einreduzierten demokratischen Minimal-Konsens nicht mehr anschlussfähig sind, die deshalb nicht nur die Würde, sondern auch das Leben ihrer Mitmenschen antasten, nach einem mächtigen Reich Sehnsucht haben, sich einen starken Mann in der Version „orange“ oder „blond“ an der Spitze wünschen oder sich ein Kalifat nach nahöstlichem Vorbild vorstellen können. Und diese aufbrechenden Lücken, Brüche und Risse sorgen bei sehr vielen demokratisch sozialisierten Zeitgenossen dafür, das sie den Eindruck haben, wir wären alle nicht mehr ganz dicht – und dann eben die Abschottung und das Dichtmachen gegen alles und alle als einziges tragendes Lebens-Mittel erachten.

Liebe Himmelfahrtsgemeinde,

warum ich heute diesen Ausflug nach „Deutschland in Geschichte und Gegenart“ gemacht habe, liegt natürlich nicht nur an dem angesprochenen 75-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes und an den mehr als nur verstörenden Ereignissen der letzten Wochen. Es liegt daran, dass auch der eben gehörte Predigttext aus dem Johannesevangelium ja sehr viel von Einheit spricht; und dass es sich – gerade in Anbetracht des heutigen Feiertages der Himmelfahrt Christi – um einen verblüffend irdischen oder, um es noch positiver auszudrücken, um einen ziemlich geerdeten biblischen Text handelt, der eigentlich den Blick in die Gegenwart provoziert.

Wer an Christi Himmelfahrt Worte von da oben erwartet hatte, wer sich nach einem Reisebericht von einer himmlischen Wolkenfahrt gesehnt hat, wer etwas hören wollte vom Aufschweben mit einen wie auch immer gearteten Gefährt in eine Welt, die wir hier unten hoffnungsvoll erwarten dürfen, die aber noch lange nicht Wirklichkeit geworden ist – der dürfte heute Morgen schon ein wenig enttäuscht sein. Und wer Christi Himmelfahrt als so etwas wie einen Vorgeschmack auf den Himmel auf Erden sieht, da wo sich Gott und Mensch endlich auf Augenhöhe und von Angesicht zu Angesicht begegnen, der dürfte in den Zeilen aus dem Johannesevangelium nur sehr wenig Material für seine Traumfängerfabrikation bekommen haben.

Jesus spricht ja in diesem Abschnitt aus seinem Gebet kein einziges Mal vom Himmel; der Begriff „Himmel“ kommt hier bei Jesus nicht vor, ja noch nicht einmal von da oben ist die Rede. Ich gestehe also: Predigttextmäßig fällt Christi Himmelfahrt an diesem Donnerstag also eher aus. Denn statt von da oben hören wir viel mehr von dem da drinnen. In seinem das komplette Kapitel 17 umfassenden sogenannten Hohepriesterlichen Gebet wendet sich Jesus ja in einer ziemlich intimen Tonart an seinen himmlischen Vater:

Ich in dir und du in mir. Und das klingt so ziemlich nach einer verinnerlichten Symbiose a la Walter von der Vogelweide: Ich bin Din, Du bist min! Dess sollst Du gewiss sin. Und das Sluzzelin, das diese einzigartige wie einige Innigkeit nach außen öffnen könnte, ist dann halt verloren gegangen und selbstverständlich nicht mehr auffindbar.

Religiös gesprochen handelt es sich also um so etwas wie eine innere, mystische Einkehr. Klöster, Kommunitäten, Tagungsstätten oder Akademien bieten ja immer noch entsprechende Kurse an, die in diese Richtung gehen. Die Teilnehmenden an diesen Veranstaltungen sind weiß Gott nicht ausschließlich gläubige Christenmenschen und auf der Suche nach Gott. Manchen geht es hauptsächlich um eine Auszeit vom Alltags- oder Berufsstress. Selbst Firmenleitungen haben darin eine Chance entdeckt, ihre Mitarbeiter noch effizienter einsetzen zu können, wenn die sich regelmäßig solche Einkehrzeiten nehmen. Doch auch wenn die innere Einkehr auf diese Weise das Bruttosozialprodukt erhöhen kann, wo, frage ich mich, wo ist da der Himmel?

Nun geht es in unserem Predigttext ja nicht nur um Gott und Jesus! Jesus sagt: Ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Das bedeutet doch: Wer Gott sucht, der wird nicht nur in sich drinnen landen, sondern wird unweigerlich auch seinen Mitmenschen finden. Und das ist nicht nur das Geheimnis unseres Glaubens, sondern gerade auch seine große Stärke! Für uns geht es ja mit der Himmelfahrt Jesu Christi nicht nur vertikal nach oben. Für uns soll die Horizontale mindestens genauso von Bedeutung sein. Genau betrachtet bilden die beiden Linien erst zusammen das Koordinatensystem, in dem sich leben und handeln lässt: das Kreuz, in dem unser Glaube lebt, webt und ist – und damit auch die Welt verändern kann!

Der Himmel auf Erden wird damit nicht nur ein Geschenk Gottes für die Zukunft, sondern ist schon unsere Aufgabe für die Gegenwart. Denn wir sollen ja gerade nicht unsere Hände in den Schoß legen und auf den Himmel warten, als würden wir auf einem Dietzenbacher Bahnsteig stehen und nach der S 2 Ausschau halten. Wir sollen daran mittun, dass das hier unten dem da oben immer ähnlicher wird.

Und da ist dann tatsächlich unsere Einigkeit als Christenmenschen in unserem Lande gefragt. Wir werden ja seit ein paar Jahren quasi im Wochenrhythmus darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Religion an galoppierender Magersucht leidet. Wir haben nämlich in den letzten Jahren erheblich abgenommen, und wenn wir die Entwicklung der Vergangenheit mathematisch-soziologisch in die Zukunft projizieren, dann kann einem Menschen, der seine Kirche von ganzem Herzen liebt, nur angst und bange werden.

Nun ist der Schwund allerdings hauptsächlich ein Phänomen unserer Breiten. In Deutschland mögen die evangelischen Kirchen im letzten Jahr 560.000 Mitglieder verloren haben – 2023 haben 380.000 die Kirche auf juristischem, 340.000 auf biologischen Weg verlassen, und 160.000 sind auf liturgischem Weg dazugekommen -, gleichzeitig ist aber weltweit die Zahl der Christinnen und Christen um 30 Millionen gewachsen. Das Christentum ist global gesehen eine Religion mit Wachstumsraten jenseits von 1,2 Prozent.

Aber ein Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen aus der Präambel des Grundgesetzes versteht sich bei uns offenbar schon seit geraumer Zeit nicht mehr von selbst. Mir will sogar scheinen, dass weder die Horizontale noch die Vertikale die Ausrichtung der meisten Menschen in diesen unsren Landen ist. Schon Luther hat von dem Homo incurvatus in se, dem auf sich selbst verkrümmten Menschen als dem Sünder par excellence gesprochen, und der „ruht“ halt in sich selbst und schläft vorzugsweise den Schlaf der Selbstgerechten.

Wir haben uns davon offenbar anstecken lassen. Die beiden großen Kirchen hierzulande sind sich in den letzten Jahren ja verblüffend ähnlich geworden. Nicht nur, dass in der katholischen Kirche gerade von der Basis Forderungen laut werden, die Martin Luther und vor ihm auch schon andere ins Gespräch gebracht haben. Und ein evangelischer Pfarrer sehnt sich heute in der prallen Sonne durchaus nach einer farblichen Alternative zu seinem schwarzen Talar… Nein, in seltener ökumenischer Eintracht ist da erst ein „Katholischer Pfarrverbund Heusenstamm-Dietzenbach“ entstanden, dem bald auf evangelischer Seite ein „Nachbarschaftsraum Dietzenbach-Heusenstamm“ folgen wird.

Und der wirklich beschämende Umgang mit sexualisierter Gewalt in unseren eigenen Reihen kennt auch keine nennenswerten konfessionellen Unterscheide. Kein Wunder, dass das einen Dammbruch auf die Mühlen der Kirchenkritiker gleichkommt.

Also zum einen eine zeit- wie kostenintensive Beschäftigung mit kirchlichen Strukturen und zum anderen eine Reinwaschung des Selbst auf Kosten der Opfer, ich finde: Auf diese Form von Einigkeit und Einheit könnte man wirklich gut und gerne verzichten. Dafür werden aber auf anderen Gebieten umso mehr die feinen Unterschiede gepflegt, die längst kaum ein Mensch unserer Tage mehr nachvollziehen kann.

Ja, eine Einigkeit zu behaupten, wo es in Wahrheit keine gibt, ist auch kein Allheilmittel. Aber dagegen vergleichsweise kleine Unterschiede eine Trennung manifestieren zu lassen, kann auch nicht der Weg sein. Die Haltung eines unversöhnlichen Gegenübers macht doch alles nur noch schlimmer. Unsere Gesellschaft darf sich nicht noch weiter spalten und spalten lassen, das darf zumindest auf keinen Fall das Anliegen unserer Kirchen und das Ergebnis ihres Handelns sein. Den Herausforderungen unserer Zeit gilt es kritisch aber auch solidarisch und gemeinsam zu begegnen. Ganz so, wie es an diesem Himmelfahrtstag im Predigttext von Jesus dezidiert gefordert wird: Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien.

Natürlich hatte Jesus damals eine andere Situation vor Augen. Aber sein grundsätzliche Anliegen, Gemeinschaft wieder zu erlangen, bleibt doch über die Jahrtausende bestehen. Herausforderungen, die Christenmenschen nur gemeinsam bestehen können, hat es eben schon immer gegeben. Damals, als das Johannesevangelium aufgeschrieben wurde, war es die prekäre Situation der ersten Christen, um die sich Jesus sorgte: Sie waren von außen bedroht, weil sie Verfolgung und Gewalt ausgesetzt waren, aber auch von innen heraus gefährdet, weil es unterschiedliche Parteiungen und Glaubensrichtungen gab, die zu Zwietracht führten.

Die frühe Christenheit hatte sich dann aber entschieden, sich nicht an bestimmten Glaubens-Punkten auseinanderzudividieren, sondern gemeinsam auf einem weiten Glaubens-Feld zu leben. Wie sonst wären vier durchaus verschiedene Evangelien in die Heilige Schrift der Christen gekommen? Wie könnten da sonst so unterschiedliche Schriften wie der Galaterbrief und der Jakobusbrief ziemlich dicht nebeneinander stehen?

Wir verfehlen unsere himmlische Existenzberechtigung, wenn wir uns als Kirche in fataler Einigkeit mehr und mehr auf uns beziehen. Das Kreuz, die Ausrichtung und Verbindung der Horizontalen und Vertikalen, ist doch unser Lebenszeichen. Wenn wir als Hanns-Guck-in-die-Lüfte unseren Glauben leben, dann sollen wird uns eben wie die Jünger Jesu fragen lassen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? (Apostelgeschichte 1,11) Und wenn wir im Blick nach links und rechts vor all dem Hass und all der Intoleranz, vor all der Schlafmützigkeit und Selbstbezogenheit zu kapitulieren drohen, dann brauchen wir den, der uns wieder sagt: Die Liebe, mit der du mich liebst, ist in ihnen.

Denn das ist Wichtigste und das Einzige, worum wir uns gar nicht mehr kümmern müssen: um die Liebe Gottes zu uns Menschen. Gottes Liebe ist und bleibt das Himmlischste, was uns versprochen ist, womit wir täglich arbeiten und großzügig wuchern dürfen. Es ist die Liebe, die Jesus mit seinem Vater verbunden hat, die ihn zu den Menschen gehen und sie heil werden ließ; die Liebe, die ihm dann jegliche Berührungsängste nahm und ihn in jedem Menschen das Kind Gottes erkennen ließ; die Liebe, die wir in jedem seiner Worte wiederfinden können und die deshalb heute noch greifbar ist; die Liebe, die Jesus lieber nach Golgatha gehen ließ, als sich von uns Menschen abzuwenden und uns damit die Zuwendung Gottes zu entziehen; die Liebe, die ihn nicht im Tod ließ, sondern nach drei Tagen auferweckte und schließlich in den Himmel zog.

Diese Liebe tragen wir in uns. Wenn wir das Antlitz der Welt zum Besseren verändern wollen, dann nur mit und durch diese Liebe. Insofern ist also heute doch Himmelfahrt, auch und gerade mit Jesu Worten aus dem Johannesevangelium. Denn der Himmel ist nicht nur da oben, sondern eben auch im Da drinnen, das aus sich herausgehen will: in unseren Herzen, in unserer Seele, in unserem Reden und Handeln. Ich bin mir sicher: Mit ein bisschen neuem Mut, mit ganz viel Phantasie und Gottvertrauen wird aus dem Himmel da droben und dem Himmel da drinnen auch der Himmel – da draußen. Amen.

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